Camper-Tipps rund ums Wohnmobil

Hier einige Tipps aus unser Erfahrung mit einem Kastenwagen (Pössl 2Win R Plus), mit dem wir seit Mai 2019 etwa 6 Wochen pro Jahr unterwegs sind.
Wir fahren dabei im Schnitt ca. 12.000 km pro Jahr und waren auf diese Weise mittlerweile fast überall in Europa (im Westen allerdings nicht auf Island, den britischen Inseln und der iberischen Halbinsel, im Osten bis einschließllich der Linie Baltikum - Montenegro).

Reiseplanung

Typischerweise haben wir für eine Wohnmobil-Reise 1 bis 3 Wochen Zeit. Dabei kommt es uns darauf an, möglichst viel Schönes bei möglichst gutem Licht (also wenig Wolken) zu sehen mit möglichst wenig Fahrerei. Daher idealerweise auf einer Rundreise mit wenig Hin und Her. Bei der Wahl der Ziele lassen wir uns gern auch von der WDR-Serie 'Wunderschön' auf YouTube inspirieren.

Für eine genaue Planung im Voraus fehlt mir die Muße, und nachdem das Wetter in Europa relativ unstet ist, würde das auch nur teilweise helfen. Selbst wohin die nächste Reise ganz grob gehen soll, entscheiden wir je nach Wetteraussichten recht kurzfristig, teils sogar noch am Tag der Abfahrt. Unterwegs entsteht dann Stück für Stück die tatsächliche Route, je nachdem, wie weit wir gekommen und die Aussichten für die nächsten Tage sind. Sehr hilfreich finde ich dazu die Wolkenansicht der Wetterkarten von 'Windy' (gibt es auch als Handy-App) — die Prognose gibt es für nächsten 14 Tage und ist natürlich je nach Stabilität der aktuellen Wetterlage mehr oder weniger weit in die Zukunft verlässlich.

Campingplatz vs. Freistehen

[Camper freistehend] Wir stehen fast immer frei, weil uns Campingplätze in mehrfacher Hinsicht zu sehr einschränken würden: Das nimmt extrem viel von der Spontanität und Unabhängigkeit, die wir auf WoMo-Reisen so lieben, insbesondere um auf die aktuellen Wetteraussichten reagieren zu können. Nebenbei kosten Campingplätze teils auch nicht unbeträchtlich Geld und bieten meist Einiges an, das wir eigentlich nicht brauchen.

Stattdessen bleiben wir meist einfach da stehen, wo es uns gefällt oder wie weit wir gerade mit dem Fahren kommen. Wo das Übernachten nicht erlaubt ist, findet sich fast immer in kurzer Zeit sehr nahe ein alternatives Plätzchen, notfalls mit Hilfe von 'Park4Night', welches meist per App verwendet wird. So stehen wir fast immer einfach am Rand einer ruhigen Straße oder auf einem öffentlichen Parkplatz, sei es mitten in der Pampa oder irgendwo in einem Ort, teils in Wohngebieten oder mitten in einer Innenstadt. Dabei achten wir natürlich darauf, niemanden zu stören und auch selbst möglichst wenig gestört zu werden. Unsere Platzfindung dauert meist zwischen 0 und 5 Minuten. Natürlich bekommen wir dabei auch nicht immer den perfekten Stellplatz, aber fast immer einen für uns viel besseren/praktischeren/schöneren als auf einem Campingplatz.

Ein Zwischending ist die Nutzung von einfachen offiziellen Wohnmobil-Stellplätzen, aber die gibt es nicht so oft wie man sie brauchen könnte.

Generell, aber besonders beim Freistehen empfiehlt es sich, Auffahrkeile dabei zu haben — nicht nur, um auf einem nicht ganz horizontalen Platz waagerecht stehen zu können, sondern auch z.B. als Behelf beim Durchrutschen eines Reifens an einer glatten Stelle oder über einer Vertiefung.

Autobahnen meiden

Wir machen nach Möglichkeit unsere Camper-Fahrten über landschaftlich reizvolle Strecken. Diese sind typischerweise abseits von Autobahnen und damit meist auch wenig staugefährdet und nervenaufreibend. Auf Landstraßen und durch Städtchen zu fahren ist generell viel schöner und meist ziemlich gemütlich. Dabei sieht man viel von Land und Leuten und kann dabei auch öfter mal ein nettes Päuschen im Grünen oder in kleinen Orten einlegen.
Das setzt natürlich voraus, sich genug Zeit dafür zu nehmen, was auch als Camper nicht immer geht, etwa wenn man mal schnell von weiter weg nach Hause fahren möchte oder muss.

Klar lässt sich auf Autobahnen generell schneller vorankommen als auf normalen Straßen, doch bei Wohnmobilen macht das weniger aus aufgrund der eher geringen Fahrgeschwindigkeit, was auch mit dem Thema Spritkosten sparen zu tun hat. Wer eine Routenplanung/Navigation wie die Handy-App 'Magic Earth' verwendet, bei der sich die Höchstgeschwindigkeit auf LKW-Niveau einstellen lässt, wird sehen, dass der Zeitvorteil durch Autobahnnutzung nicht mehr groß ist.

Außerdem kann man besonders außerhalb Deutschlands oft einiges Geld sparen, wenn man Mautstraßen vermeidet, zu denen dort typischerweise Autobahnen zählen.
Etwa in Frankreich und Italien gibt es viele Schnellstraßen, die sehr gut ausgebaut sind, und wo man bei Bedarf sehr zügig vorankommt (mit bis zu 110 km/h), ohne Maut zahlen zu müssen.

Spritkosten sparen

Generell (gerade im Vergleich zum Auto) runter vom Gas, weniger pro Tag rumgurken und stattdessen sicherer unterwegs sein und v.A. mehr genießen!
Ich fahre unseren 3,5 t Kastenwagen mit knapp 2,60 m Höhe und 120 kW Dieselmotor im langjährigen Schnitt mit real um die 8 l/100 km.
So ab 110 km/h säuft die Kiste natürlich unverhältnismäßig.
(Auf Autobahnen würde es den Verbrauch verringern, relativ nah hinter LKWs oder Bussen im Windschatten zu fahren, aber das sollte man aus Sicherheitsgründen nicht machen.)

Weitere Spartipps:

Nutzung der Nasszelle

Wir haben eine Dusche im Fahrzeug, aber nutzen die fast nie, weil es uns einfach zu lästig ist, erst den Wasserboiler länger aufwärmen zu lassen und v.A. hinterher die Duschkabine wieder trocken zu machen und ab und zu extra zu putzen.
Wenn es gerade passt, hängen wir den Duschkopf aus dem Badfenster und duschen draußen. Gelegentlich nutzen wir auch öffentliche bzw. bezahlte Duschen, z.B. in einem Schwimmbad oder wenn wir aus irgendeinem Grund (z.B. wegen Waschmaschinen-Nutzung) doch mal auf einem Campingplatz sind.

In den allermeisten Fällen machen wir einfach auf dem Gasherd einen kleinen Topf Wasser warm und waschen uns je nach Temperatur mit einem Waschlappen drinnen oder draußen. Auch die Haare, einfach in einer Schüssel. Das ist super effizient betreffend Zeit, Arbeit, Energie und Wasser.

Eine Toilette im Fahrzeug ist schon sehr angenehm, gerade um nachts und zwischendurch nicht raus zu müssen. Fürs große Geschäft gehe ich am liebsten, wenn es gerade passt, irgendwo auf eine externe Toilette. Ansonsten kann man das auch im Gefährt recht hygienisch erledigen, mit einer Mülltüte in der Schüssel.

Wasser: Ver- und Entsorgung

Wie bekommt man das mit dem Wasser hin, wenn man das nicht über Campingplätze erledigen kann?

Wir holen Frischwasser in Mitteleuropa meist an Friedhöfen, in Skandinavien an Tankstellen, und in Südeuropa Dorfbrunnen und anderen öffentlichen Wasserstellen. Nachdem solche Stellen nicht immer leicht zu finden sind, nutzen wir da oft Park4Night, wo es auch Einträge für sonstige Dienste wie Frischwasser, Abwasserentsorgung und Waschsalons gibt.
Weil es da meist keinen Schlauchanschluss gibt (und die Schlauchtrocknung lästig ist), verwenden wir eine 10-Liter-Plastikgießkanne, wobei man damit halt öfter hin und her laufen muss.
Wenn die Wasserqualität nicht ganz sicher erscheint und um eine nachträgliche Verkeimung des Wassers im Tank zu vermeiden, verwenden wir zur Desinfektion Certisil Combina — das ist eine sehr praktische, hochwirksame und günstige Mischung aus Chlor und Silberionen, welche es als Flüssigkeit (wenige Tropfen genügen) und als Pulver gibt. Das sog. Grauwasser kann man an einer öffentlichen Entsorgungsstelle ablassen, wenn eine in der Nähe ist, oder einfach über einen Gully an einem ruhigen Straßenrand, z.B. in einem Industriegebiet.
Sollte sich jemand darüber aufregen, kann man die Frage stellen, wo denn das Abwasser landet, das bei "offiziellen" Entsorgungsstellen anfällt. Nachdem unser Toilettenwasser nur Urin enthält, welches wir aus Geruchsgründen mit einem biologisch abbaubaren Mittel wie Solbio versetzen, können wir es uns mit der Entsorgung auch einfach machen, also wie beim Grauwasser. Außerdem ist Urin bei geeigneter Verteilung guter Pflanzendünger.

Stromversorgung

Wenn man keine großen Stromverbraucher nutzt und zumindest alle paar Tage mal fährt, reicht meist die Aufbaubatterie, die über die Motor-Lichtmaschine geladen wird, wobei bei kurzen Fahrzeiten ein Ladebooster für schnellere Ladung hilfreich sein kann.
Als Technik für Aufbaubatterie empfiehlt sich LiFePO4 (LFP), weil sie bei gleicher Nennkapazität von z.B. 100 Ah im Vergleich zu Blei (AGM etc.) fast die doppelte effektive Kapazität bietet, weil sie wesentlich tiefere Entladung (90% statt 50%) verträgt, ohne Schaden zu nehmen. Auch sind Gewicht und Größe wesentlich geringer und die Spannungslage viel stabiler.

Zur Verlängerung autarken Stehens bietet sich eine Solar-(PV)-Anlage an, mit z.B. 200 Wp Nennleistung. Zu der Anlage, die ich mir günstig, aber mit einigem Aufwand selbst installiert habe, finden sich hier Details. Zwar lassen sich bewegliche Module optimal nach der Sonne ausrichten, aber das ist aufwendig und nicht immer praktikabel. Feste Module auf dem Fahrzeugdach haben zwar keinen optimalen Einstrahlwinkel, aber dafür sind sie richtungsunabhängig und ganztägig selten verschattet automatisch zu nutzen.

Elektrogeräte, die einen 220 V-Anschluss voraussetzen, sollte man ohne Nutzung von "Landstrom" so weit wie möglich meiden, weil sie tendenziell relativ viel Strom verbrauchen und ein Wechselrichter etwas umständlich und vor allem ineffizient ist.
Kaffee lässt sich auch ohne Strom auf herkömmliche Weise unter Nutzung einer Gasflamme zubereiten.
Für die meisten kleinen Geräte bietet sich ein 5 V USB-Anschluss an, und für so gut wie alle Laptops gibt es 12 V-Netzgeräte (mit integriertem DC-DC-Wandler).

Kühlschrank und Gasverbrauch

Unser Kastenwagen war ab Werk mit einem üblichen Dometic Absorber-Kühlschrank ausgestattet, den wir anfangs auch gerne genutzt haben. Praktisch, dass die Energiezufuhr dafür per Gas oder Strom mit 12 V oder 220 V erfolgen kann. Aber schon nach wenigen Jahren ließ die Kühlleistung stark nach, und Reinigung und professioneller Service brachten nur kurzzeitig Besserung.

Außerdem hatten wir einmal das Problem, dass beide Gasflaschen unerwartet leer waren, so dass zur Kühlung der Essensvorräte bald Ersatz gefunden werden musste. Und das auch noch ausgerechnet in Frankreich, wo andere Typen von Leihflaschen verwendet werden, die ich zwar dank Adapter leicht anschließen konnte, aber der Rücktausch der Flasche war extrem aufwendig: viel lästiger und letztlich teurer als sie einfach zu behalten.

Deutlich verlässlicher und effizienter ist ein Kühlgerät mit elektrisch betriebenem Kompressor. Wir haben uns daher eine Kühlbox zugelegt, die nun unter dem Tisch der Halbdinette steht. Der Zugriff auf den Inhalt ist zwar nicht so bequem wie bei einem Schrank auf halber Höhe, aber die Öffnung nach oben hat den Vorteil, dabei nicht gleich die ganze gekühlte Luft entweicht. Dank 100 Ah LiFePO4-Batterie, die bei uns rein durch PV-Module gespeist wird, kommt die Energie allein von der Sonne, und es wird dafür kein Gas verbraucht. Der Kühlschrank dient nur noch als Vorratskammer.

Nachdem wir Gas inzwischen praktisch nur noch zum Kochen und teils zum Waschen benötigen (zum Thema Dusche siehe oben und Heizung siehe unten), reicht der Inhalt einer 11 kg Gasflasche nun weit mehr als ein Jahr.

Wintercamping

Teils sind wir mit unserem eigentlich nicht winterfesten Kastenwagen auch z.B. "zwischen den Jahren" unterwegs, bei tagsüber so um die O°C und nachts bislang bis max. -8°C. Statt der eingebauten Gasheizung verwenden wir eine nachträglich zusätzlich installierte Autoterm Air 2D (ehem. Planar) Dieselheizung, weil ich keine Lust habe, alle paar Tage eine Gasflasche zu wechseln. Obwohl ich meist vergesse, die vor Jahren eigens für solche Zwecke gekauften großen Isolationsmatten für die Heckttüren und zur Abtrennung des Führerhauses mitzunehmen, und ihre Verwendung uns oft auch zu mühsam wäre, geht das problemlos mit kaum merklichem Diesel-Verbrauch (gemäß Datenblatt max. 0,24 Liter pro Stunde).

In winterlichen Morgen- und Abendstunden stellen wir das Thermostat auf etwa 20°C, wobei die Heizung ständig läuft, um die Temperatur zu halten. Nachts und während sonniger Tage stellen wir es meist auf 12°C ein, wobei die Heizung nur etwa die Hälfte der Zeit aktiv ist. Das reicht bei mäßigem Frost aus, einigermaßen angenehme Temperaturen zu haben und um zu verhindern, das Frischwasser im Tank durch den Frostschutzwächter, der bei ca. 3°C im Innenraum-Bodenbereich auslösen würde, zu verlieren. Bei Dieselheizungen ist zu beachten, dass sie etwa doppelt so viel Strom brauchen wie Gasheizungen. Auch sollten sie alle 1-2 Monate mal unter Volllast laufen, um Verkokung und damit Reparaturen vorzubeugen.
Daher ist es geschickter, eine eher kleine Maximalleistung zu wählen, damit die Heizung im typischen Betrieb auf voller Leistungsstufe läuft. Selbst bei unserem nicht besonders gedämmten Kastenwagen genügen bei mäßigen Minusgraden 2 kW Heizleistung. Nebenbei ist eine kleinere Heizung auch günstiger und verbraucht deutlich weniger Diesel und Strom.

Pflege und Wartung

[Foto Wohnmobil-Unterseite] [Foto Unterbodenschutz am Wohnmobil] Weil ein Wohnmobil recht teuer ist, ist ein Unterbodenschutz zur Werterhaltung besonders empfehlenswert. Er beugt gegen Rost v.A. durch salzige Luft und Streusalz sowie gegen Kratzer durch Steinschlag vor. Für professionellen Unterbodenschutz muss man wohl 1000 - 1500€ rechnen, mit Hohlraumversiegelung bis 2000€. Man kann es auch z.B. in einer Hobbywerkstatt selbst machen, wodurch das Ganze nur etwa 60 - 150€ kostet, allerdings ist das je nach Gründlichkeit und Material mit einiger Arbeit und Sauerei verbunden. Leider muss man je nach Art des Unterbodenschutzes und Nutzung des Fahrzeugs den Schutz alle paar Jahre erneuern.
Ich habe gleich am Anfang Motip Wax Coating mit einer Sprühpistole aufgebracht. Das hat hoffentlich gut geholfen, jedenfalls war nach gut 6 Jahren für mich kein Rostansatz erkennbar. Dann habe ich der Einfachheit halber Liqui Moly 6135 Seilfett verwendet; drei Sprühdosen à 500 ml genügen.

[Foto Reifenwechsel am Wohnmobil] Ich verwende Ganzjahresreifen, weil wir nur gelegentlich im Winter bei meist trockener Straße unterwegs sind (Schneeketten haben wir für den Notfall dabei) und weil das Wechseln der Reifen aufgrund ihres Gewichts ein wahrlich lästiges Geschäft ist. Man sollte auf jeden Fall Wohnmobil-Reifen verwenden (mit verstärkten Wänden, z.B. Continental VanContact Camper), die sind auch bei versehentlichen Touchieren von Bordsteinkanten besonders robust. Unsere halten etwa 50.000 km. Neue Reifen kann man sich für wenig Geld gleich montieren lassen, aber zwischendurch tausche ich die Reifen zwischen vorn und hinten, weil sie vorn deutlich mehr Abrieb haben. Das geht ganz gut in einer Hobbywerkstatt mit ausreichend starker Hebebühne, zumal man sich dort auch einen pneumatischen Schlagschrauber mit Nuss ausleihen kann.

Vergleich Campingbus und Kastenwagen

[Foto von der Übernahme unseres Pössl 2Win R Plus] Wir hatten 2018 vor dem Kauf unseres Kastenwagens einen VW T6 California mit ähnlicher Ausstattung mal kurz​ in Betracht gezogen, aber zum Glück nicht genommen. Im Vergleich zu einem richtigen Campervan/Wohnmobil z.B. auf PSA-Basis (Fiat Ducato / Citroën Jumper / Peugeot Boxer) hat man deutlich weniger Platz und zahlt einfach zu viel - der Händler wollte dafür trotz "Rabatten" 78 k€, und dazu kommt noch der recht teure Unterhalt. Okay, so ein VW-Teil hat viel mehr Schnickschnack (z.B. Fahrassistenten), aber dafür kann auch mehr kaputt gehen.

Wir haben uns für einen Kastenwagen entschieden und würden es auch wieder tun. Unser Pössl 2Win mit guter Ausstattung hat uns damals nur 47 k€ gekostet (2025 so ab 55-60k€). Einen Kastenwagen kann man gut mit nur 8 l/100 km Dieselverbrauch fahren, und für die Größe und knapp 3,5 t Gesamtmasse sind auch die sonstigen laufenden Kosten erstaunlich gering.
Als Alltagsfahrzeug hatten wir schon einen besonders günstigen Pkw (einen Dacia Sandero 2 mit Renault-Diesel, absolut bestes Preis/Leistungs-Verhältnis, 2015 als Jahreswagen für weniger als 8 k€ gekauft), aber auch bei 20 k€ kommt man in Summe m.E. noch besser weg als mit einem einzigen "alltagstauglichen" Kompromiss-Fahrzeug.

Ein Vorteil von einem Campingbus ist, dass man ihn auch als Alltagsfahrzeug nutzen kann, allerdings nutzt sich so ein teures Fahrzeug im Alltag besonders auf Kurzstreckenfahrten übermäßig ab.
Auch kommt man mit knapp 2 m Gesamthöhe in Tiefgaragen und unter den meisten künstlichen Parkplatz-Höhenbeschränkungen durch, was besonders in Ländern wie Frankreich ein wichtiger Vorteil sein kann. Dafür kann man in einem Campingbus nicht stehen (außer mit Aufstelldach, was seine besonderen mechanischen und wetterempfindlichen Tücken hat).

Im Campingbus hat man kein richtiges Bad und kaum Platz für Gepäck oder Sportgeräte (z.B. Fahrräder). Man muss täglich mit den Schlafgelegenheiten und Gepäck herumjonglieren, was besonders bei nicht so tollen Wetter sicherlich ganz schnell und oft nervt.

Zwar braucht man für ein extra Wohnmobil einen zweiten Stellplatz (bei uns im Wohnviertel am Straßenrand), der größer sein muss als bei einem Campingbus oder normalen Auto. Auch muss man für zwei Fahrzeuge Versicherung, Steuer, Verschleißteile und Reparaturen zahlen, aber dafür ist man mit zwei Kfz flexibler und muss vor allem weder im Alltag noch auf Reisen Kompromisse eingehen. Wer im Stadtbereich wohnt, braucht vielleicht gar nicht unbedingt einen eigenen Pkw.

Wer nicht so oft zum Campen fährt, ist mit einem gemieteten Fahrzeug sicherlich günstiger dran, verliert allerdings die Flexibilität, bei passendem Wetter mal schnell z.B. übers Wochenende auf Tour zu gehen.

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